Kunstwand Zentrum Obervellach
05.08.2024
Kunstwand am Doktorhaus in Obervellach
Point: 9821 Obervellach 32
Video über die Künstler bei der Arbeit
Der einheimische Künstler Günther Rogl hat sich gemeinsam mit der jungen Künstlerin Leonie Steinwender einer weiteren Hauswand im Herzen der Marktgemeinde Obervellach angenommen. Entstanden ist ein vielschichtiges Kunstwerk, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet und die Identität des Ortes in eindrucksvoller Bildsprache erzählt. Im Zentrum des Werks stehen die vier Elemente – Erde, Wasser, Luft und Feuer. Sie verschmelzen harmonisch mit Symbolen bedeutender Persönlichkeiten und prägender historischer Ereignisse Obervellachs. Als kraftvoller Hintergrund dient das Obervellacher Wappen, das mit zwei Berggipfeln, dem Drei-Gestirn und einem feuerroten Abendhimmel die alpine Landschaft und ihre Bedeutung widerspiegelt. Aus dem unteren Bildbereich erhebt sich – wie aus dem Nebel der Zeit – die Kirchturmuhr von St. Martin. Sie steht sinnbildlich für das Vergehen der Zeit, für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Den Abschluss der Szenerie bildet die dynamische Darstellung der Groppensteinschlucht, deren Bewegung und Kraft das Bild eindrucksvoll rahmen.
Erde, Wasser und Luft sind im Hintergrund klar erkennbar, während das Element Feuer durch den intensiven, rot leuchtenden Abendhimmel repräsentiert wird. Ein besonderes gestalterisches Element ist der aufgerissene Fassadenrand, der das gesamte Werk umschließt. Er symbolisiert das Vergängliche, aber auch den kraftvollen Tauernwind, der Obervellach prägt – spürbar, wandelbar und stets präsent.
Das Kunstwerk würdigt mehrere herausragende Persönlichkeiten, deren Wirken weit über Obervellach hinaus Bedeutung erlangte:
Leopold Wenger – Rechtshistoriker: Links oben erscheint Justitia, die römische Göttin des Rechts. Ergänzt wird sie durch ein gebrochenes Wappen im Fels der Ludwig-Maximilians-Universität München, antike Schriftrollen und juristische Fachbücher des 19. Jahrhunderts – Symbole für Wissenschaft, Recht und geistige Auseinandersetzung.
Dechant David Pacher – Theologe & Botaniker
Rechts im Bild steht seine Symbolwelt in Verbindung mit dem Gipfelkreuz des Polinik, einem alten Baum, der Kirchturmuhr sowie Pflanzen aus seinem Hauptwerk „Flora in Kärnten“. Ein Naturkundebuch des 19. Jahrhunderts verweist auf seine wissenschaftliche Arbeit und seine tiefe Verbundenheit zur Natur.
Carl Ignatz Gussenbauer – Professor der Chirurgie
Links in der Bildmitte finden sich der Umriss seines Denkmals am Hauptplatz, ein stählerner Äskulapstab, ein medizinisches Fachbuch des 19. Jahrhunderts sowie chirurgisches Besteck und Nähmaterial. Diese Symbole stehen für medizinischen Fortschritt und menschliche Fürsorge.
Johann Schroth – Die Schrothkur
Im unteren Bildbereich wird die Schrothkur dargestellt: ein Weinfass, Hände, die einen nass-kalten Umschlag vorbereiten, ein weiches Tuch für Dunstwickel sowie der Äskulapstab als Zeichen der heutigen Schroth-Kuranstalt.
Ein dominantes Element des Werks ist der Grubenhunt, Symbol der reichen Bergbaugeschichte Obervellachs. Zu sehen sind Silbergestein, gekreuzte Hämmer über Stollen, eine Goldader im Fels, Goldgesteinsbrocken und flüssiges Edelmetall, das aus dem Schmelzofen fließt. Sie erinnern an jene Zeit, in der der Bergbau Wohlstand, Macht und Identität prägte. Dieses beeindruckende Kunstwerk lädt dazu ein, die Geschichte, Kultur und Persönlichkeiten Obervellachs in einer detailreichen, vielschichtigen Bildkomposition zu entdecken.
Lasst euch von der Tiefe und Symbolkraft dieses Projekts verzaubern – und erlebt, wie Kunst den öffentlichen Raum bereichert und die Marktgemeinde Obervellach um ein bedeutendes Werk erweitert.