Zentrum Freising Foto: Dieter Neumeier
03.10.2026 - Ausstellungseröffnung - Ausstellungsdauer bis Samstag 07.11.2026
Lange Nacht der Museen 2026 im Kunstraum Obervellach
Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, wurde Obervellach im Rahmen der ORF-Langen Nacht der Museen zu einem besonderen Treffpunkt für Kunst, Musik, Literatur und internationale Begegnung. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung und erlebten einen abwechslungsreichen Abend, der einmal mehr zeigte, wie verbindend Kultur sein kann.
Schon der musikalische Auftakt sorgte für eine besondere Atmosphäre: Das Gitarrenquartett der Musikschule Freising eröffnete den Abend mit Werken von Georg Philipp Telemann und Francis Kleynjans. Unter der Leitung von Mikhail Antropov musizierten die jungen Gitarristen Elias Lewandowsky, Mikhail Antropov, Maksym Tertychnyi und Martin Eibl. Ihre musikalische Reise spannte einen Bogen von der Barockmusik bis zur modernen Gitarrenliteratur. Die jungen Musiker, die bereits beim deutschen Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ erfolgreich waren, beeindruckten mit ihrem Können und ihrer Spielfreude.
Nach der Begrüßung durch Max Lesnik, Präsident des Kunstraum Obervellach, stand die Kunst im Mittelpunkt. Gerd Bermel stellte die sehr unterschiedlichen, aber wunderbar miteinander harmonierenden Künstlerinnen vor:
Die Bildhauerin und Malerin Evelyn Jungnick-Endl zeigte Bronzefiguren sowie Skulpturen aus Stein und Beton, ergänzt durch ihre Bildserien. Ihre Arbeiten überraschen mit lebensfrohen, tänzerischen und manchmal humorvoll-skurrilen Figuren. Bewusst spielt die Künstlerin mit Proportionen und eröffnet dadurch einen ganz eigenen Blick auf den menschlichen Körper und seine Ausdrucksmöglichkeiten.
Gabriele Winter-Bermel ergänzte die Ausstellung mit ihren Aquarellen und Acrylbildern. Ihre oft leicht und skizzenhaft wirkenden Aquarelle entstehen bevorzugt direkt vor Ort und fangen die besondere Stimmung von Landschaften, Städten, Bergen, Seen und Meeresbuchten ein. Zwei unterschiedliche künstlerische Handschriften trafen damit aufeinander und machten die Ausstellung besonders abwechslungsreich.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die internationale Begegnung mit Gästen aus Freising und Hemer. Gemeinsam mit Bürgermeister Arnold Klammer, der Oberbürgermeisterin von Freising, Monika Schwind sowie Altbürgermeister aus Hemer Michael Heilmann, wurde die Bedeutung der freundschaftlichen Verbindungen zwischen den Partnerstädten mit den Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine Rupert Widmann aus Freising und Bernhard Neyer aus Hemer hervorgehoben. Gerade im Rahmen der Langen Nacht der Museen wurde spürbar, dass Kunst und Kultur Menschen über Grenzen hinweg zusammenbringen können.
Auch musikalisch blieb der Abend europäisch und vielfältig. Im weiteren Verlauf begeisterten die Gitarrenduos mit Werken von Ferdinando Carulli, Erik Marchelie, Andrew York, Giuseppe Antonio Brescianello und Ernesto Nazareth. Die unterschiedlichen Stilrichtungen machten die Musik zu einer abwechslungsreichen Reise durch verschiedene Epochen und Kulturen.
Besonders interessant wurde es anschließend für Literatur- und Kunstinteressierte: Birgit Mooser-Niefanger und Moritz Niefanger stellten ihr Buchprojekt „Übernächste Generation“ vor. Im Mittelpunkt steht der Maler und Grafiker Prof. Alois Koch. In einer persönlichen Einführung erzählten die beiden über die Entstehung des Buches, die Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Werk und die Bedeutung, Kunstgeschichte auch für kommende Generationen lebendig zu erhalten. Ausgewählte Passagen aus dem Buch gaben den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in das Leben und Schaffen des Künstlers. Anschließend überreichte Brigitte Niefanger Bürgermeister Arnold Klammer ein Werk aus dem Fundus von Alois Koch – ein berührendes Zeichen dafür, dass Kunst nicht nur bewahrt, sondern weitergegeben wird und so auch für kommende Generationen lebendig bleiben darf.
Zwischen den Programmpunkten blieb immer wieder bewusst Zeit für das, was eine solche Nacht besonders macht: Begegnung. Die Besucherinnen und Besucher konnten die Kunstwerke in Ruhe betrachten, mit den Künstlerinnen und Musikern sprechen, sich mit den Autorinnen und dem Autor austauschen und bei einem Getränk und kleinen Imbiss verweilen. So wurde die Lange Nacht im Kunstraum Obervellach zu weit mehr als einer Ausstellung: Sie wurde zu einem Abend des Zuhörens, Staunens, Austausches und persönlichen Kennenlernens. Malerei und Skulptur trafen auf Literatur, klassische Gitarrenmusik auf zeitgenössische Klänge, regionale Gäste auf internationale Freunde.
Der Kunstraum Obervellach zeigte damit einmal mehr, was Kultur leisten kann: Menschen zusammenbringen, Grenzen überwinden und neue Perspektiven eröffnen.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen ehrenamtlichen Helferlein im Hintergrund, den Künstlerinnen, den Musikern der Musikschule Freising, Birgit und Moritz Niefanger, den Gästen aus Freising und Hemer sowie allen Besucherinnen und Besuchern, die diesen Abend mit ihrer Anwesenheit, ihrem Interesse und ihren Gesprächen bereichert haben