EU.Kunstwaende


Das Projekt „Europäische Kunstwände“ verwandelt das traditionsreiche Mölltal in eine Freiluftgalerie, die europäische Vielfalt und lokale Geschichte auf faszinierende Weise vereint. Künstler aus Österreich und der EU bringen an den Hauswänden dieser alpinen Region beeindruckende Kunstwerke an, die die Geschichte des Mölltales sowie den europäischen Zusammenhalt in Kunstwerken erfahrbar machen.

Zusammenarbeit des Tourismusverband Mölltal & Förderverein Kunstraum Obervellach (A)
Patnerschaftsverein Freising e.V
(D)
FreddArtStreetpainting
(D)
Street Art Cities International
(NL)
LOG - Leistungsgemeinschaft Obervellach
(A)
Incomingreisen Obervellach-Mölltal
(A)
Kollektiv Zukunft - Regionale Entwicklung Mölltal
(A)

Kooperationspartner Projekt EU Kunstwaende:
Kunst- und Kulturvereine, Bildungseinrichtungen, Kunsthochschulen
Art Association Compagnie HO Toulon
(F)
Kunstverein Freisinger Mohr e.V. (D)
Kunstverein: Zdruzenje umetnikov Skofja Loka (SI)
Freie Akademie der Bildenden Künste Klagenfurt (A)
Cameloher Gymnasium Freising (D)
Schulcluster Mittelschule Obervellach
(A)
CHS Villach
(A)

Projektpartner Projekt EU.Kunstwende:
Marktgemeinde Obervellach - Partnerstädte:
Skofja Loka (SI) ; Schepdaal-Dilbeek (B),
Seltz (Fr), Muggia (IT), Freising, Hemer, Kreuzau (D) Budapest (H)

Gemeinde Flattach - Partnerstädte: Waghäusel (D) und Szigetújfalu (H)
Gemeinde Mallnitz - Partnerstadt: Witten in (D)
Gemeinde Reisseck - Partnergemeinden: Königsbronn und Thalmässing (D)
Marktgemeinde Lurnfeld - Partnergemeinde: Mariano dall'alto (I)

Das Projekt „EU Kunstwände“ verwandelt das malerische Mölltal in eine einzigartige Open-Air-Galerie, in der sich europäische Vielfalt und regionale Identität vereinen. Vom Großglockner (3.798 m), dem höchsten Berg der Ostalpen, zieht sich das Tal tief in den Nationalpark Hohe Tauern hinein – ein besonderer Ort zum Leben und Reisen.

Die bewegte Geschichte des Tals bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für unser Projektteam: Im 15. Jahrhundert wurde hier ein Drittel des weltweiten Goldbedarfs gedeckt, verschiedene Völker und Konflikte prägten die Region, ein bedeutender Friedensvertrag wurde geschlossen – und auch ein berühmter, längst verstorbener Dichter stammt von hier. Diese historischen Grundlagen bilden das Fundament des Projekts.

Indem Künstler:innen aus ganz Europa Häuser und Wände im Tal gestalten, wird Kunst zum Motor europäischer Verbundenheit und interkulturellen Austauschs.

Die Initiative verfolgt folgende Ziele:

  • Aufbau und Stärkung internationaler Netzwerke zwischen Künstler:innen, Besucher:innen, Partnergemeinden, Schulen und Kunstakademien.

  • Förderung einer nachhaltigen Regionalentwicklung durch ein innovatives, ganzjähriges Tourismuskonzept.

  • Unterstützung von gesellschaftlicher Teilhabe und Jugendbeteiligung durch Veranstaltungen, Workshops sowie digitale Produkte und Formate – sowohl vor Ort als auch online.

Thematische Schwerpunkte des Projekts sind:

  • Europäischer Kulturtransfer: Kunst als Medium, das historische und aktuelle Themen verbindet und die europäische Idee sichtbar macht.

  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Erste erfolgreiche Pilotprojekte und umfassende Marktforschung zeigen die praktische Umsetzbarkeit, wirtschaftliche Tragfähigkeit und den Mehrwert des Vorhabens.

  • Aufbau eines internationalen Netzwerks: Der Austausch zwischen Künstler:innen, Gemeinden, Schulen und Kunstakademien schafft lebendige, grenzüberschreitende Partnerschaften mit langfristigem Nutzen.

Das Projekt „EU Kunstwände“ basiert auf einer klaren Struktur, regionalen Potenzialen, erfolgreichen Praxisbeispielen und der nachhaltigen Vernetzung aller Beteiligten.

Werde auch DU Teil dieses wunderbaren Kunstprojektes!
Künstler,
die eine Hauswand gestalten möchten sowie
Hausbesitzer, die eine Hauswand gestaltet haben möchten und
Sponsoren, die das Projekt unterstützen möchten - bitte mit der Projektleiterin

Bildung und Dialog: Kunst als Motor für gesellschaftliche Wende Redaktionsteam
Infofilm von Gerhart Heidler 2023
Videos von einigen Kunstwänden im Mölltal
TV- Team zu Besuch und ORF 2 Sendung vom 01.01.2025
Aufgetischt - das Mölltal im Nationalpark Hohe Tauern
Bericht ORF Kärnten

Das Mölltal wird zum Freiluftmuseum:
In den sieben Partnergemeinden des Tourismusverbandes Mölltal (Stall, Flattach, Mallnitz, Obervellach, Reißeck, Mühldorf und Lurnfeld) entstehen in den kommenden Jahren beeindruckende Wandkunstwerke. Internationale und österreichische Künstler*innen gestalten Hauswände mit individuellen Arbeiten, die Geschichte und Kultur der Region kreativ zum Leben erwecken.

Die stilistische Vielfalt sorgt für einzigartige Kunstwerke, die nicht nur die Identität des Mölltals widerspiegeln, sondern auch den Gemeinschaftssinn stärken. Jahr für Jahr kommen neue Werke hinzu und verwandeln das Tal in eine lebendige Erzählung seiner Vergangenheit. Das Projekt verbindet Kunst, Kultur und Tourismus: Die bemalten Fassaden werden zu Anziehungspunkten für Einheimische und Gäste gleichermaßen. Begleite dieses besondere Vorhaben und entdecke, wie Kunst das Mölltal in ein inspirierendes Gesamtkunstwerk verwandelt.

2023 war der Start des Teilprojektes: Obervellach wird zur Leinwand der Geschichte:
In Obervellach entstand 2023 ein besonderes Kunstprojekt, das regionale Künstler*innen sowie Kreative aus Salzburg und der Partnerstadt Freising zusammenbrachte. Mit persönlichen Bezügen zur Region gestalteten sie beeindruckende Wandbilder, die Themen aus der „Historie von Obervellach“ aufgreifen.

Nach Auswahl der Motive durch Künstler*innen, Hausbesitzer und Gemeindevertreter wurden im Sommer die Ideen an Hauswänden umgesetzt – begleitet von großem medialem Interesse. So entstand ein lebendiges Zusammenspiel aus Vergangenheit und Gegenwart, das Einheimische wie Besucher begeisterte.

Die Kunstwerke sind vor Ort mit QR-Codes versehen, die zu weiteren Informationen führen. Auch online – auf den Seiten des Kunstraum Obervellach und des Tourismusverbandes Mölltal – kann das Projekt in Wort und Bild erlebt werden. Dieses Projekt hat nicht nur das Ortsbild bereichert, sondern auch Gemeinschaft gestiftet. Entdeckt die Geschichten hinter den Bildern und lasst euch von der künstlerischen Energie Obervellachs inspirieren.  ORF Kärnten Beitrag


2023 entstandene Kunstwände in Obervellach:

Kunstwand Haus Wetzl
Bernd Flassak

Kunstwand Haus Steiner Obervellach
Maja Šubic, Irena Romih & Jaka Šubic

Kunstwand Haus Rieser
Klemens Baum

Kunstwand Modezentrum Reiter
Walter Frisch jun. & FatHeat


2024 entstandene Kunstwände im Mölltal:

Kunstwände Talstation Mölltaler Gletscher
Gregor Wosik & Daniela Löh


2025 entstandene Kunstwände im Mölltal:

Kunstwand Atelier Aktrice in Obervellach
Aktrice, Daniela Löh und Gregor Wosik

Kunstwand Metallbau Wilhelmer in Kolbnitz
Thomas Steinwender

Kunstwand Allianz Agentur
AKTRICE

Kunstwand Doktorhaus Zentrum Obervellach
Günter Rogl & Leonie Steinwender

Es ist unglaublich, welch toller Zusammenhalt und Einsatz sich seit Beginn dieses Projektes entwickelt hat! Zuerst ein Ort, dann ein ganzes Tal!  

Herzlichen DANK an alle Sponsoren und Unterstützer des Projekts: Land Kärnten; Gemeinde Obervellach; TVB Mölltal; Mölltaler Gletscher GesmbH & Co KG in Flattach; Landgut Moserhof in Penk; Sägewerk Kerschbaumer Markus in Obervellach, Lagerhaus Obervellach, Gästehaus Margit Staats in Obervellach, Familie Gerhard Steiner in Obervellach, Walter Grader und PROFI Gerüstbau, Hebebühnen Alois Fercher aus Obervellach; Hebebühnen Berto Pristavec aus Obervellach, KFZ Gerätschaften Roland Steiner aus Obervellach, Genuss Stüberl in Obervellach, Landhotel Pacher in Obervellach, Familie Pristavec in Obervellach, Familie Sagerschnig aus Obervellach, Verena Schall aus Obervellach, Hermann Dertnig aus Stall; Familie DI Walter Frisch aus Salzburg, Incomingreisen Obervellach; Schulcampus Obervellach, Gemeinde Flattach, Fernheitzwerk Penk, Gemeinde Reisseck, Helga und Wolfram vom Reiterhof Kraberter in Penk, Gästehaus Alte Post in Penk, Gemeinde Stall im Mölltal, Gasthaus Reichhold in Stall, Dorfschenke in Stall, Metallbau Wilhelmer; Kunstraum Obervellach und Atelier & Galerie Aktrice in Obervellach. 

Auf die oft gestellte Anfragen, wie dieses Projekt unterstützt werden kann und ob auch kleine Geldbeträge gesponsert werden können, geben wir gerne die Kontonummer für Spenden/Sponsoring bekannt und bedanken uns schon im Voraus für jeden Beitrag!  
Konto der Kärntner Sparkasse Obervellach
Förderverein Kunstraum Obervellach
IBAN: AT88 2070 6045 0017 2186
BIC: KSPKAT2KXXX
bitte mit dem Vermerk – Spenden/Sponsoring Kunstwände

Projektinfos:

Das Projekt „EU Kunstwände“ wurde 2018 ins Leben gerufen, um Kunst als integrativen und identitätsstiftenden Bestandteil des öffentlichen Raums zu etablieren. Angesichts herausfordernder Entwicklungen in den Bereichen kulturelle Identität, Wirtschaft und Jugend erkannte die gut vernetzte Kunstszene des Mölltals ihre Chance, diesen Herausforderungen durch künstlerisches Schaffen und gezielte Öffentlichkeitsarbeit aktiv zu begegnen.

Das Ziel war klar definiert: Großflächige Kunstwerke an Gebäudewänden sollten nicht nur das kulturelle Erbe sichtbar machen, sondern auch den sozialen Zusammenhalt stärken und den Tourismus fördern. Das Besondere: Künstler:innen aus der gesamten EU bringen ihre Werke direkt an die Wände des Mölltals.

Zwischen 2018 und 2025 konnte das Projektteam zahlreiche Partner im Tal und europaweit gewinnen und ein breites Spektrum an Ergebnissen realisieren: Neun vollendete Kunstwerke, dutzende öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und Workshops mit internationaler Beteiligung sowie ein dauerhaftes Projektteam von acht Personen mit regelmäßiger Zusammenarbeit sprechen für sich. Die geplante Fortsetzung „EU Kunstwände 2026–2029“ verspricht einen klaren Mehrwert für die EU. Neue, starke Partner für digitale Lösungen, ein breiteres kulturelles Rahmenprogramm und ein resilienteres Projektmanagement konnten für die Erweiterung des grenzüberschreitenden Projektes gewonnen werden! Derzeit wird an Finanzierungsmöglichkeiten gearbeitet.

Relevanz im Rahmen der Ausschreibung

  • Das Projekt positioniert sich klar im Kontext der EU-Initiative „Union of Skills“, indem es kulturelle Bildung und kreative Kompetenzen als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe fördert.

  • Es entspricht dem Förderfokus durch seine innovative Form der kulturellen Teilhabe und einen nachhaltigen Ansatz zur regionalen Entwicklung.
    Kunst im öffentlichen Raum ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu Kultur, spricht unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an und initiiert partizipative Prozesse.

  • Das Projekt lädt Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und sozialer Hintergründe zur aktiven Mitwirkung ein – im Sinne des Neuen Europäischen Bauhauses, das Teilhabe und soziale Gerechtigkeit ins Zentrum stellt.

Beitrag zu den Prioritäten der Ausschreibung

1. Förderung von Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe

  • Kunst im öffentlichen Raum macht Kultur für alle zugänglich – unabhängig von Alter, Bildung oder sozialem Status

  • Die Zielgruppen werden über Ideenwerkstätten, Mitmachformate und Veranstaltungen eingebunden, bei denen die Kunstwerke mit Musik, Performances und Festakt feierlich eröffnet werden.

  • Das Projekt belebt den öffentlichen Raum und das kulturelle Leben nachhaltig, schafft neue Begegnungsräume und fördert soziale Dialoge.

  • In Synergie mit touristischen Zielen steigert das Projekt die Frequenz in Gastronomie und Einzelhandel.


    2. Nachhaltige Regionalentwicklung und Tourismusförderung

  • Die Kunstwerke schaffen neue kulturelle Anziehungspunkte, auch außerhalb der Hauptsaison.

  • Ein stabiles Netzwerk in der Szene sichert ein langfristig identitätsstiftendes Kulturangebot für alle Zielgruppen.

  • Durch die Nutzung ökologischer Materialien und die Einbindung lokaler Betriebe wird ein nachhaltiger Ressourceneinsatz gefördert.


    3. Stärkung europäischer Zusammenarbeit und Vernetzung

  • Internationale Künstler:innen und lokale Akteur:innen arbeiten gemeinsam an der Umsetzung und stärken grenzüberschreitende Netzwerke.

  • Die künstlerische Auseinandersetzung mit europäischen Werten fördert ein Bewusstsein für kulturelle Vielfalt in Europa.

  • Der Austausch mit Partnerstädten, Kunstinstitutionen und EU-Kulturprogrammen sowie der Aufbau neuer Partnerschaften unterstreichen die europäische Dimension des Projekts.


    4. Beitrag zur Innovationsförderung und Bildungsarbeit

  • Das Projekt setzt auf innovative Vermittlungsformate wie Augmented-Reality-Erlebnisse, digitale interaktive Führungen und multimediale Inhalte per QR-Code.

  • In Zusammenarbeit mit Schulen (Camerloher-Gymnasium Freising, Zentrum für humanberufliche Schulen Villach, Schulcluster Obervellach), Künstlerkollektiven (Compagnie HO Toulon, Freisinger Mohr e. V., Združenje umetnikov Škofja Loka) und der Akademie der Bildenden Künste Klagenfurt entstehen kreative Bildungsangebote, die interkulturellen Dialog und kreatives Lernen fördern.

  • Die Verbindung von Kunst mit sozialen und ökologischen Fragestellungen macht das Projekt zu einem Modell für nachhaltige Kunstprojekte in ländlichen Regionen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Integration benachteiligter Gruppen als aktive Teilnehmer:innen. Um niedrigschwellige Teilhabe zu ermöglichen, setzt das Projekt auf kostenlose und kostenpflichtige Angebote, Mehrsprachigkeit, barrierefreie Bedingungen und gezielte Ansprache durch Kulturvermittler:innen mit vielfältigem Hintergrund. Auch die Repräsentation dieser Gruppen unter Künstler:innen und Workshop-Teilnehmenden wird gezielt gefördert.

Durch diesen strukturierten und inklusiven Ansatz leistet das Projekt einen nachhaltigen Beitrag zur kulturellen Belebung des Mölltals und unterstützt die europäische Zusammenarbeit im Bereich Kunst und Kultur.

Ausschreibungsinfos:

Kunstwand Schulcampus Obervellach
Schüler aus Freising

Kunstwand Gasthaus Reichhold in Stall
Marion Ruthardt

Kunststwand "Alte Post” in Penk
Edith Sulzenbacher

Kunstwand Lagerhaus Obervellach
Raphael Pesentheiner

Kunstwand Freibad Flattach
Workshop mit Fredda Wouters

Kunstwand Fernheizwerk in Penk
Edith Sulzenbacher

Ein Streifzug durch die Geschichte von Obervellach und Umgebung

1997 Verleihung von der Europäischen Kommission
Die goldenen Sterne der Partnerschaft an die Marktgemeinde Obervellach
(„Les Etoiles d´Or du Jumelage")

Die ursprünglichen Siedler in Kärnten waren die Illyrer, ein indogermanisches Volk.

Aus Norden und Westen sickern um 400 v.Chr. Keltenstämme ein. Die bekanntesten sind die „Noriker“. Sie bauen feste Siedlungen wie z. B. Teurnia im Lurnfeld, bauen Tauerngold und Norisches Eisen ab und trieben Handel mit den Römern. Der erste „Goldrausch“ in den Tauern war 15 v. Chr. Zu dieser Zeit besetzen die Römer das Land und gründen die Provinz „Noricum“. Das Mölltal gehörte zum Stadtbezirk „Teurnia“. Straßen wurden durch die Haupttäler Oberkärntens gebaut, auch über die Pässe der Tauern (Katschberg, Mallnitz, Heiligenblut). Auf dem Danielsberg entstand ein Herkulestempel. Kärnten wurde römisch.

Slawenstämme drangen um 600 n. Chr. entlang der Drau aus dem Osten in Kärnten ein, die Römer zogen sich nach Süden oder in entlegene Täler zurück. Die Slawen wurden sesshaft, Kärnten wurde slawisch und hießt nun „Karantanien“. Die Kärntner Slawen holten sich um 750 n. Chr. Hilfe von bayrischen Fürsten gegen die von Osten eindringenden Awaren. Diese wurden vertrieben, aber die Bayern nutzten die Gelegenheit, schickten bayrische Siedler ins Land, ebenso Mönche und Priester mit dem Auftrag, die heidnischen Slawen zu christianisieren. Nach und nach übernahmen die Bayern weltliche und geistliche Besitzungen. 772 n. Chr. Übernahm Herzog Tassilo das Land Karantanien in sein „Herzogtum Bayern“. Der Frankenkönig Karl der Große gliedert 778 n. Chr. Karantanien in sein Karolingerreich ein und triebt die politische und christliche Übernahme voran, es wurde ein deutsches und christliches Land. Ab 976 wurde Karantanien unter Kaiser Otto II. zu einem eigenen „Herzogtum Kärnten“. Inzwischen hat das Bistum Freising mehrere Güter in Kärnten erworben, so in Maria Wörth, im Lurnfeld und in Obervellach, Sachsenburg und Rangersdorf. Aus dieser Zeit stammt die erste und älteste Urkunde über Obervellach. Sie enthält einen Gütertausch zwischen Bischof Abraham von Freising (858 – 993) und dem Obervellacher Kleriker Ruodhari. Freising bekam damit die Kirche und Güter und entwickelte sich unter dem Freisinger Kirchenfürsten rasch zu einer ansehnlichen Siedlung und die Kirche wurde zur „Freisinger Basilika“. Der Zuzug der bayrischen Siedler verstärkte sich, ihre Wohnkultur und Arbeitsweisen wurden von den einheimischen Slawen übernommen, deren Zahl sankt, doch viele alte slawische Orts- und Flurnamen blieben. Die Freisinger Bischöfe gaben um 1100 ihre Besitzungen im Mölltal ab, zuerst an die Grafen von Lurn, dann an die Pustertaler „Grafen von Görz“ (Sitz: Schloss Bruck in Lienz). Kirchlich wurde Obervellach dem Erzbistum Salzburg unterstellt.

Erste urkundliche Erwähnung in Jahr 1164 der Burg Falkenstein, die Burg Groppenstein wurde 1254 erstmals urkundlich erwähnt. 1256 wurde Obervellach erstmals urkundlich als „Markt“ mit besonderen Rechten bezeichnet. Eine Münzstätte wurde eingerichtet, die Edelmetalle kamen aus den umliegenden Bergen. Die Görzer Grafen richteten 1288 das „Landgericht Oberfalkenstein“ ein. Markt und Bürger von Obervellach unterstanden dem Pfleger von Falkenstein. Erste Urkunden über den „Faulturm“ und den Görzer Wehrturm
„ob der chirchen“ sind aus 1326 . Nach Streitigkeiten der Görzer Grafen mit ihren östlichen Nachbarn, den Ortenburgern (bei Spittal), fielen ihre Kärntner Besitzungen 1460 an die Habsburger und Obervellach wurde kaiserlich.

Der Goldbergbau in den Hohen Tauern nahm um 1500 bedeutende Ausmaße an, die Handelsstraße durch das Mölltal wurde ausgebaut, die Fugger aus Augsburg errichteten eine gute Säumerstraße über die Tauern von Mallnitz nach Gastein. Obervellach wurde zu einem Zentrum von Handwerkern, Fuhrleuten, Lieferanten, Händlern und Bergleuten. Kaiser Maximilian I. (1493 – 1519) ordnete das Bergwerkswesen 1509 im ganzen Land neu (Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Krain) und verlegte das wichtige Oberstbergmeisteramt, wegen der hiesigen reichen Bergbaubetriebe, von Innsbruck nach Obervellach. Gar manche Gewerken siedelten sich in Obervellach an, so die Weitmoser, Schlaminger, Kuenringer, Khevenhüller u.a. Das Oberstbergmeisteramt wurde 1778 nach Klagenfurt verlegt.

Von 1500 – 1514 war die Bauzeit der jetzigen, im spätgotischen Stil errichteten Pfarrkirche an der Stelle der ehemaligen Freisinger Basilika. Der 25-jährige niederländische Maler Jan van Scorel malte 1520 das am meisten bewunderte Kunstwerk der Kirche, das „Obervellacher Triptychon“ im Auftrag der Falkensteiner Gräfin Apollonia (verw. Lodron). Erwähnt wurde 1524 der erste „lutherische Prediger“ – die Reformationszeit in Obervellach (eingesickert mit den Bergleuten aus dem deutschen Raum) dauerte bis ca. 1600. Man erfuhr auch von einer deutschen und einer Lateinschule. Kaiser Ferdinand verlieh den Obervellachern 1556 die Selbstverwaltung durch freie Bürgermeister- und Marktrichterwahl und auch das Obervellacher Wappen (1560).

Einsetzender Niedergang des Bergbaues um 1600, ungewöhnliche Hitze und Dürre im Sommer 1615, schwere Schäden durch Überflutungen und Vermurungen durch den Kaponigbach, Steuerlast durch den 30-jährigen Krieg führten u.a. zu einer Verarmung großer Bevölkerungsteile. In Fragant wurde 1689 ein Kupferlager entdeckt, wieder brachte der Bergbau Aufschwung in den Ort. Der Gewerke Adam Stampfer von Walchenberg erwarb 1692 das Schloss Trabuschgen (erstmals 1395 erwähnt), baute es aus, übernahm den Kupferbergbau, gab vielen Arbeitern und Bauern wieder Lebensunterhalt und dem Markt hohes Ansehen. Die Pfarrkirche erhielt die barocke Innenausstattung. Erst 1923 wurde dieser Kupferabbau eingestellt.

Der Kärntner Barockmaler Josef Ferdinand Fromiller stattete 1716 den großen Saal des Schlosses Trabuschgen mit einem großartigen Deckengemälde aus. Die angesehenen Familien der Freiherren von Stampfer und die von Tirol zugewanderten von Sternbach wurden für über 100 Jahre zum Segen für den Markt und seine Umgebung. Als Pfleghaus für die Familie von Sternbach diente die „Sternbachsche Burg“ zwischen Marktplatz und Kaponigbach.

1809 fand der Einmarsch der napoleonischen Truppen in Kärnten statt – sie gelangten bis Sachsenburg – Oberkärnten wurde für kurze Zeit unter französische Verwaltung gestellt.

Ab dem Jahr 1830 gab es eine Schule. Revolutionsjahr 1848: Kaiser Ferdinand I. hob die Grundherrschaft auf, das Untertänigkeitsverhältnis ist aufgehoben, die Mölltaler Bauern waren frei! Die Verwaltung nach der Franzosenzeit wurde 1849 neu geregelt, Obervellach wird Großgemeinde (mit Flattach, Mallnitz und Penk – bis 1896), erhielt ein Bezirksgericht und Gendarmerie. Das junge Kaiserpaar Franz Josef und Elisabeth wurde auf seiner Durchreise durchs Mölltal 1856 festlich auf dem Marktplatz empfangen. Die Tauernbahn wurde nach achtjähriger Bauzeit fertiggestellt und 1909 feierlich in Anwesenheit des Kaisers Franz Josef eingeweiht. Der Bauer Johann Schroth entwickelte im deutschen Nieder-Lindewiese sein Naturheilverfahren, er ließ sich in Obervellach 1950 nieder und begann den Ausbau der Kuranstalt.

Mit der 1000 – Jahr-Feier 1963 begann auch die touristischen Verbindungen mit Partnerstädten, zuerst aus historischen Gründen mit Freising, dann mit 7 weiteren Städten. Die EU verlieh wegen dieser Bemühungen die Europafahne, die Gemeinde stellte im Beisein aller Partner im Jahr 2007 die Wappensäule mit den Wappen aller Partner auf dem Marktplatz auf.

Obervellach ist Heimat von drei sehr markanten Persönlichkeiten:

1842 – 1903: Hofrat Prof. Dr. Karl Gussenbauer: berühmter Chirurg in Prag, Vorstand der
Chirurgischen Klinik in Wien, Forscher, Wissenschafter, auch leidenschaftlicher Bergsteiger, mit seinem Bruder Hermann auch großzügiger Gönner der Marktgemeinde (Denkmal am Marktplatz)

1816 – 1902: Dechant David Pacher: Seelsorger, Volkspriester, Wissenschafter (Botanik, Insektenfauna, Meteorologe), hoher Einsatz im öffentlichen Interesse.

1874 – 1953: Geheimrat Prof. Dr. Leopold Wenger: Professor an der juridischen Fakultät in Graz, Wissenschafter, Forscher („Römisches Recht“), Lehrer.

Persönlichkeiten aus Flattach und Stall:
Ritter Alois von Egger-Möllwald (Flattach) war Lehrer von Thronfolger Erzherzog Rudolf. Bis 1873 war er Lehrer für Deutsch, Geographie und Geschichte von Erzherzogin Gisela. Für diese beiden Tätigkeiten wurde er im Jahr 1874 nobilitiert. Im Jahr 1877 war er Direktor der Lehrerinnenbildungsanstalt St. Anna in Wien und im Jahr 1878 Direktor des Gymnasiums des Theresianums und Vizedirektor der Theresianischen Akademie in Wien. Gründungsmitglied des Vereins "Die Mittelschule" in Wien, einem Verein von Professoren an den Gymnasien und Realschulen Österreichs und war auch mehrfach Obmann dieses Vereins.Er war auch Herausgeber von Lesebüchern für den Deutschunterricht. Alois von Egger-Möllwald war römisch-katholisch und seit 1863 verheiratet mit Laura Moser, mit welcher er mindestens vier Söhne und eine Tochter hatte. Er war Schwiegervater des Malers Albin Egger-Lienz.

Dichter Fercher von Steinwand (Stall): Johann Kleinfercher wurde als Sohn einer Magd und eines Bauern in ärmlichen Verhältnissen geboren und arbeitete in jungen Jahren als Viehhirte. Mit etwa neun Jahren kam er nach Stallhofen, um als Mesnergehilfe zu dienen und die Schule in Obervellach zu besuchen. Der dortige Pfarrer sorgte für seine Einschulung im Gymnasium in Klagenfurt. 1845 wurde dort sein erstes Gedicht gedruckt. Er war 1848 Mitgründer der pennalen Burschenschaft Carantania, später Teurnia Klagenfurt und deren Erster Präses. 1850 begann er ein Literaturstudium in Wien. Förderer und Freund war Alois von Egger-Möllwald. Seit 1857 arbeitete er bei der Zeitschrift Die Lyra mit. Er gehörte auch dem Iduna-Kreis, der sich nach der nordischen Gottheit der Fruchtbarkeit nannte, ebenso wie Auguste Hyrtl, an. In dem literarischen Kreis war er Alterspräsident. Fercher war mit dem Anatomen Josef Hyrtl eng befreundet. Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof, Grabstätte in Flattach.

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Freitag von 09:00 - 12:30 Uhr

Samstag von
09:00 bis 16:00 Uhr

Sonntag Montag, Dienstag und Feiertag geschlossen

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